- Verpackungen und globaler Plastikmüll: Zahlen und Einordnung
- Materialwahl und Umweltwirkung: Was Ökobilanzen zeigen
- Recycelbarkeit vs. tatsächliches Recycling
- Verpackungen in der Kreislaufwirtschaft
- Design, Langlebigkeit und Ressourcennutzung
- Nachhaltigkeit als datenbasierte Entscheidung
- PAPER & TEA und unser Beitrag zu nachhaltiger Verpackung
Verpackungen und globaler Plastikmüll: Zahlen und Einordnung
Verpackungen sind ein zentraler Faktor für Umwelt- und Ressourcenfragen. Weltweit machen Verpackungen rund 40 % des gesamten Kunststoffabfalls aus, da sie überwiegend für kurzlebige Anwendungen wie Transport und als Schutz eingesetzt werden. (Quelle: https://ourworldindata.org/data-insights/packaging-is-the-source-of-40-of-the-planets-plastic-waste )
Zudem werden global jährlich etwa 300–400 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, während weniger als 10 % davon recycelt werden (Quelle: https://www.boell.de/en/2024/01/06/plastic-waste )
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Verpackungsentscheidungen immer im Kontext eines strukturellen Problems betrachtet werden müssen: ineffiziente Sammel-, Sortier- und Recyclingsysteme auf globaler Ebene.

Beschreibung der Grafik: Verpackungen waren allein im Jahr 2019 mit 353 Mio. Tonnen für rund 40 % des globalen Kunststoffabfalls verantwortlich und stellen somit den größten Einzelanteil unter allen Kunststoffanwendungen dar.
Materialwahl und Umweltwirkung: Was Ökobilanzen zeigen
Die Wahl des Verpackungsmaterials beeinflusst die Umweltbilanz über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Studien zur Lebenszyklusanalyse zeigen, dass Gewicht, Volumen und Stapelbarkeit von Verpackungen einen messbaren Einfluss auf Transportemissionen haben. Leichtere Verpackungen können den Kraftstoffverbrauch im Transport reduzieren und damit Treibhausgasemissionen senken (Quelle: https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/66fcf067-d069-11ee-b9d9-01aa75ed71a1 ; Stand 2024)
Papierbasierte Verpackungen weisen im Vergleich zu massiven Metall- oder Kunststoffverpackungen häufig einen geringeren Energieeinsatz bei der Herstellung auf. Dennoch ist gleichzeitig zu berücksichtigen, dass auch die Papierproduktion mit Wasser- und Energieverbrauch verbunden ist, insbesondere in der Zellstoffherstellung.
Was bedeutet Zellstoffherstellung?
Zellstoffherstellung ist der industrielle Prozess, bei dem Holz in seine Cellulosefasern zerlegt wird, die anschließend zur Herstellung von Papier und Karton dienen. Dabei werden andere Holzbestandteile entfernt, was mit Energie-, Wasser- und Chemikalieneinsatz verbunden ist und die Umweltbilanz von Papierprodukten wesentlich beeinflussen kann.
Eine belastbare Bewertung von Nachhaltigkeit erfordert daher stets eine ganzheitliche Betrachtung aller Lebenszyklusphasen – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Recycelbarkeit vs. tatsächliches Recycling
Papierbasierte Verpackungen gelten grundsätzlich als gut recycelbar. Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen der theoretischen Recycelbarkeit und der tatsächlichen Recyclingquote. Nicht jede wiederverwertbare Verpackung wird auch effektiv recycelt, da Sammlung, Sortierung und die vorhandene Infrastruktur eine entscheidende Rolle spielen.
In der Europäischen Union fielen zuletzt durchschnittlich 35,3 kg Plastikverpackungsabfall pro Person und Jahr an, von denen rund 14,8 kg recycelt wurden, was einer realen Recyclingquote von etwa 40 % entspricht (Quelle: https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20251022-1 ; Stand Oktober 2025)
Papier- und Kartonverpackungen erreichen in der EU deutlich höhere Recyclingquoten, die je nach Mitgliedstaat zwischen 60 % bis über 80 % liegen (Quelle: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Packaging_waste_statistics ; Stand 2023)
Diese Unterschiede zeigen, dass Materialwahl ein relevanter Hebel ist, jedoch immer in Verbindung mit funktionierenden Sammel- und Recyclingsystemen betrachtet werden muss.

Beschreibung der Grafik: Während Papier- und Kartonverpackungen Recyclingquoten von über 60 % erreichen, liegt die Quote für Plastikverpackungen deutlich niedriger.
Verpackungen in der Kreislaufwirtschaft
Nachhaltige Verpackungskonzepte gehen über Materialsubstitution hinaus und sind Teil der sogenannten Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten und Abfall zu vermeiden.
Analysen internationaler Umweltorganisationen zeigen, dass Wiederverwendungs- und Rücknahmesysteme einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von Verpackungsabfällen leisten können. Schätzungen zufolge ließe sich durch Reuse-Modelle ein Großteil der plastikbasierten Verpackungsverschmutzung bis 2040 vermeiden (Quelle: https://packagingeurope.com/news/roadmap-to-global-reduction-of-plastic-waste-laid-out-in-new-un-report/9814.article ; Mai 2023)
Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass nachhaltige Verpackung immer auch eine Frage von Systemdesign und Konsumstrukturen ist.
Mögliche Reuse-Modelle im Überblick
Reuse-Modelle setzen auf langlebige, mehrfach nutzbare Verpackungen statt Einweg, um Ressourcenverbrauch und Plastikverschmutzung zu reduzieren. Einige existierende Modelle:
- Mehrwegverpackungen im Handel: Pfandflaschen, wiederbefüllbare Dosen oder Kartons; Rückgabe in Geschäften oder Pfandautomaten
- Bring-Back-/Retour-Systeme: Verpackungen werden beim Händler oder Lieferdienst zurückgenommen und erneut befüllt
- Refill-Stationen: Verbraucher füllen Produkte selbst nach (z. B. Tee, Shampoo, Reinigungsmittel)
- Leih- oder Kreislaufmodelle: Versand- und Transportverpackungen werden innerhalb von Lieferketten mehrfach genutzt
Design, Langlebigkeit und Ressourcennutzung
Neben Material und Entsorgung spielt auch das Design von Verpackungen eine Rolle für ihre ökologische Wirkung. Wissenschaftliche Konzepte wie Design for Sustainability (DfS) betonen, dass langlebige, zeitlose Gestaltung dazu beitragen kann, Ressourcenverbrauch durch häufige Neuproduktion zu reduzieren.
DfS bedeutet, Produkte und Verpackungen von Anfang an so zu gestalten, dass sie möglichst umweltfreundlich sind. Dazu gehört die Wahl nachhaltiger Materialien, eine hohe Langlebigkeit, einfache Wiederverwendbarkeit oder Recyclingfähigkeit sowie ein effizienter Einsatz von Energie und Ressourcen während des gesamten Lebenszyklus. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu reduzieren, ohne die Qualität oder Funktionalität des Produkts zu beeinträchtigen (Quelle: https://www.sciencedirect.com/topics/engineering/design-for-sustainability)
Gestaltung, die auf langfristige Nutzung, Wiederbefüllung oder Weiterverwendung ausgelegt ist, kann die Umweltbelastung über den gesamten Produktlebenszyklus senken.
Nachhaltigkeit als datenbasierte Entscheidung
Eine nachhaltige Verpackung ist keine reine Trendentscheidung, sondern das Ergebnis von datenbasierten Abwägungen zwischen Materialwahl, Lebenszykluswirkungen, Recyclingfähigkeit und systemischen Rahmenbedingungen.
Die Umstellung auf papierbasierte Verpackungen kann einen positiven Beitrag leisten, entfaltet ihre Wirkung jedoch nur dann vollständig, wenn sie eingebettet ist in geeignete Systeme und Infrastrukturen.
PAPER & TEA und unser Beitrag zu nachhaltiger Verpackung
Bei PAPER & TEA gehen wir weit über ein ästhetisches Packaging hinaus: Unsere Umstellung auf papierbasierte Verpackungen ist Teil eines ganzheitlichen Ansatzes, der Lebenszyklusanalysen, Recyclingfähigkeit und Kreislaufwirtschaft berücksichtigt. Wir setzen bewusst auf Design for Sustainability, um Verpackungen langlebig, wiederverwendbar und umweltfreundlich zu gestalten. Gleichzeitig prüfen wir Reuse-Modelle und Rücknahmesysteme, wo es sinnvoll ist, um Abfall zu reduzieren.
Unser Ziel ist es, nicht nur die Umweltbelastung zu minimieren, sondern auch Verantwortung sichtbar zu machen und unsere Expertise im Bereich nachhaltiger Verpackungen zu teilen. So verbinden wir Premiumprodukte, Designqualität und Umweltbewusstsein, damit jede Tasse Tee bei PAPER & TEA ein Schritt in Richtung nachhaltiger Zukunft ist.
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